Schlafprobleme

Schlafprobleme bei der Parkinson-Krankheit Wichtige Fakten für Patienten

Welche Arten von Schlafproblemen haben Patienten mit Parkinson-Krankheit (PD)?

Zusätzlich zu motorischen Symptomen, die die Bewegung beeinträchtigen, weisen Parkinson-Patienten in der Regel auch nicht-motorische Symptome auf. Schlafstörungen können eines dieser Symptome sein. Schlafprobleme treten häufig im Frühstadium und im Fortschreiten der Krankheit auf. Manche Schlafprobleme können sogar Jahre vor den motorischen Symptomen des Parkinson-Patienten auftreten. Parkinson-Patienten können unter einem oder mehreren der folgenden Schlafprobleme leiden:

  • Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen (Schlaflosigkeit), normalerweise verstärkte Probleme beim Durchschlafen
  • Schreien, Brüllen oder Ausleben von Träumen, einschließlich Schlagen oder Prügeln. Dies wird als REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD) bezeichnet.
  • Übermäßige Schläfrigkeit am Tag und manchmal plötzliches, unbeabsichtigtes Einschlafen (Schlafattacken) 
  • Häufigeres Aufstehen für den Toilettengang
  • Ein unangenehmes Gefühl in den Beinen beim Liegen, das durch Bewegung gelindert wird. Dies wird als „Restless-Legs-Syndrom“ bezeichnet. Das Restless-Legs-Syndrom geht oft mit ruckartigen Beinbewegungen im Schlaf einher (periodische Beinbewegungsstörung).
  • Unterbrochene Atmung während des Schlafs (Schlafapnoe).
     

Warum treten Schlafprobleme auf? Haben Schlafprobleme etwas mit Medikamenten zu tun?

Parkinson kann Veränderungen der chemischen Substanzen (sogenannten Neurotransmitter) und der Hirnareale verursachen, die Schlaf und Wachheit steuern. Diese Veränderungen führen bei Parkinson-Patienten zu Schlafstörungen. Auch Medikamente zur Behandlung von Parkinson können Schlafsymptome auslösen oder verschlimmern. Dies ist häufig bei Tagesmüdigkeit und/oder lebhaften Träumen der Fall.  

Wie werden Schlafprobleme diagnostiziert?

Parkinson-Patienten sollten mit ihrem Arzt über Schlafprobleme sprechen. Der Arzt kann dem Patienten und gegebenenfalls seinem Bettpartner eine Reihe von Fragen stellen, um den Schweregrad der Schlafprobleme einzuschätzen. Auch die Medikamente des Patienten werden untersucht, um festzustellen, ob diese den Schlaf beeinträchtigen. Zur genauen Diagnose der Schlafprobleme kann eine Schlafstudie erforderlich sein. Diese kann über Nacht durchgeführt werden (Polysomnographie). Alternativ kann der Arzt eine 24-Stunden-Bewegungsüberwachung durchführen (Aktigraphie).  

Wie können Parkinson-Patienten besser schlafen?

Parkinson-Patienten und ihre Betreuer können diese Tipps für einen besseren Schlaf ausprobieren:

  • Entwickeln Sie gute Schlafgewohnheiten: Etablieren Sie eine regelmäßige Schlafenszeitroutine. Gehen Sie zum Beispiel jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf und tun Sie entspannende Dinge, wie zum Beispiel abends ein Buch zu lesen.
  • Vermeiden Sie es, ins Bett zu gehen, bis es Zeit zum Schlafengehen ist.
  • Vermeiden Sie Dinge, die den Schlaf vor dem Schlafengehen stören könnten, wie Koffein, Alkohol und häufiges Trinken am Abend (um zu häufige Toilettengänge zu vermeiden).
  • Schaffen Sie eine angenehme Schlafumgebung. Dazu gehören ein bequemes Bett, angemessenes Licht und eine angenehme Raumtemperatur.
  • Treiben Sie tagsüber regelmäßig Sport und trainieren Sie.
  • Wenn das Ausleben von Träumen ein Problem ist, legen Sie Kissen um das Bett und ins Bett, um Verletzungen zu vermeiden.
  • Versuchen Sie, Nickerchen am späten Nachmittag oder frühen Abend zu vermeiden.
  • Erwägen Sie Entspannungstherapie, Musik- oder Lichttherapie.
  • Vermeiden Sie es, längere Zeit wach im Bett zu liegen. Wenn Sie länger als etwa eine halbe Stunde nicht schlafen können, stehen Sie auf und tun Sie etwas Entspannendes. Versuchen Sie dann später erneut zu schlafen.
     

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten für Schlafprobleme?

Für Parkinson-Patienten mit Schlafproblemen gibt es mehrere mögliche Behandlungen.

  • Medikamente zur Behandlung der Parkinson-Krankheit können den Schlaf beeinträchtigen. Wenn motorische Symptome nachts ein Problem darstellen, kann eine Anpassung der Medikamente hilfreich sein.
  • Depressionen, Angstzustände und Schmerzen können Schlafprobleme verschlimmern. Auch Verdrehungen und Krämpfe der Gliedmaßen, die durch Dystonie verursacht werden, können Schlafprobleme verschlimmern. Die Behandlung dieser Erkrankungen oder Symptome kann helfen, Schlafprobleme zu beheben. 
  • Wenn der Parkinson-Patient seine Träume auslebt, können Medikamente helfen. Medikamente wie Melatonin oder Clonazepam können verschrieben werden.
  • Bei Schlafstörungen wird manchmal eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) eingesetzt. Für Parkinson-Patienten kann KVT hilfreich sein.  
  • Medikamente gegen Schlaflosigkeit können bei Parkinson-Patienten mit Schlafproblemen hilfreich sein, sind aber nicht die erste Wahl. Beachten Sie, dass die Medikamente gegen Schlaflosigkeit bei Parkinson-Patienten oft anders wirken.
  • Bei Atembeschwerden im Schlaf (Apnoe) ist eine Abklärung wichtig. Ein Schlafmittel kann hilfreich sein.
  • Manche Parkinson-Patienten leiden unter Tagesmüdigkeit. In diesem Fall ist es wichtig, tagsüber aktiv zu bleiben. Ärzte können Medikamente gegen dieses Problem in Betracht ziehen.

Quelle: https://de.movementdisorders.org/MDS/Ressourcen/Patient-Education/Schlafprobleme-bei-Parkinson-Krankheit.htm